Musik

CD Cover

“Eine Schwangere, die jeden Tag ein paar Minuten damit verbringt, einer lieblichen, besänftigenden Musik zuzuhören, wird ihr Kind damit zumindest beruhigen und entspannen, und im besten Fall kann sie in ihm sogar ein lebenslängliches Interesse an Musik erwecken. Das war auch der Fall bei Boris Brott, dem Dirigenten des Hamilton (Ontario) Philharmonic Orchestra

Vor einigen Jahren hörte ich eines Abends ein Radio-Interview, bei dem Brott über Opern befragt wurde. Er ist eine schillernde Persönlichkeit und kann sehr gut erzählen. Gegen Ende der Diskussion wollte der Interviewer wissen, auf welche Weise er zur Musik gekommen sei. Es war eine banale Frage, wahrscheinlich wurde sie ihm gestellt, um die Zeit totzuschlagen, aber Brott stutzte, zögerte einen Moment und sagte dann:

“Das mag zwar seltsam klingen, aber Musik war schon vor meiner Geburt ein Teil von mir”.

Erstaunt bat der Interviewer um eine Erklärung. “Nun”, sagte Brott, “als junger Mann war ich verblüfft über meine ungewöhnliche Fähigkeit, manche Stücke ohne Noten zu spielen. Da dirigierte ich eine Partitur zum ersten Mal und plötzlich sprang mir die Cello-Stimmführung ins Gesicht und ich wusste wie das Stück weitergeht, bevor ich das Blatt umgedreht hatte. Eines Tages erwähnte ich das meiner Mutter gegenüber, einer Berufscellistin. Ich dachte es würde sie verwundern, weil es ja immer die Cellostimme war, die mir so klar vor Augen stand. Sie war auch verwundert. Aber als sie hörte, um welche Stücke es sich handelte, löste sich das Rätsel von selbst. Alle Partituren, die ich ohne Noten kannte, waren diejenigen, die sie gespielt hatte, als sie mit mir schwanger war”.

Aus dem Buch: “Das Seelenleben des Ungeborenen” von Dr. med. Thomas Verny

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